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Juli 26, 2018
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November 11, 2018
 

reha 2.0. der kampf um rumpfmuskulatur.

ich bin zurück in pforzheim. im zentrum der rehabilitation. seit anfang september. reha 2.0. der kampf geht weiter. um rumpfmuskulatur. in die zweite runde. denn stabilität im rumpf ist alternativlos. um weiter zu kommen. agiler zu werden. sicherer zu sitzen. die stark gekrümmte wirbelsäule besser zu schützen. die schultern zu entlasten. um mich nicht ständig abstützen zu müssen. um in der welt der barrieren besser klar zu kommen. flexibler zu werden. im alltag. auf reisen.

 

mein vegetatives nervensystem

der erste tag. ich war gespannt. auf die qualität meiner übungsausführung. den vergleich zum letzten aufenthalt. kann ich an das niveau anknüpfen. wie weit hat mich der krankenhausmonat im sommer zurück geworfen. fang ich bei null an. die erste übung. hocker kippen im angelehnten hochsitz. antonia und petra an meinen seiten. es war hart. wir kippten mein becken. um mich im oberkörper aufzurichten. der kreislauf rebellierte. völlig. sternenhimmel. immer und immer wieder. wir probierten es eine stunde lang. unzählige male. wechselten zu einer anderen übung. es wurde langsam besser. noch nicht super. aber okey. so absolvierten wir verschiedene übungen. mein resumee nach sechs stunden. trotz allem positiv. ich trug fast keinen bauchgurt. den brauchte ich während der ersten reha noch durchgehend. bei allen übungen. um den torso zu stützen. meinen exorbitanten para-bauch etwas in die natürliche form zu pressen. die organe in position zu halten. um so meinen kreislauf in griff zu bekommen. ein erstes zartes indiz also. hauchzart. für eine kleine entwicklung.

 

wahrnehmung im bauch

nach nun zwei wochen fällt es mir auf. wenn ich meine ungezähmte ungeduld beiseite schiebe. ganz wertungsfrei versuche zu beobachten. ich konzentriere mich bei nahezu allen übungen. auf meinen bauch. den bauchnabel. auf das was sich da innen abspielt. es ist von außen nicht sichtbar. keine muskelaktivität. noch nicht. aber innen. da scheint sich was zu regen. es ist intensiver als beim letzten reha aufenthalt. ich versuche den bauchnabel einzuziehen. immer wieder. mich auf den trichter im rumpf zu konzentrieren. immer wieder. die flanken einzuziehen. immer wieder. ohne dabei die luft anzuhalten. ich stelle mir vor mein becken zu kippen. dabei weiter ruhig gleichmäßig zu atmen. das erinnert mich an training sessions mit stefan liebezeit. vor einigen jahren. als er mir übungen der dynamischen neuromuskulären stabilisierung näher brachte. um an meiner core stabilität zu arbeiten. noch fällt es mir sehr schwer. kann diese art von spannung nicht lange halten. es kostet mich auch konzentration. eine menge. da das alles im mikrobereich stattfindet. aber es ist ein anhaltspunkt. an dem ich weiter arbeiten will. mein motivations strohhalm.

 

übungsqualität mit gesichtsgulasch

für mich hat es sich bestätigt. ich finde wieder schnell in die übungen rein. unterstützung benötige ich weiterhin. um den rumpf zu halten. mal mehr. mal weniger. es ist schwer zu sagen woran das tatsächlich liegt. vielleicht am übungsaufbau. vielleicht an meiner tagesform. ich vermute das es einfach noch wesentlich mehr übungszeit bedarf. in form von rehas. und in training zuhause. um das wirklich zu stabilisieren. um leistungsansätze reproduzierbar zu machen. die mantras von anna und petra stets im ohr. meine therapeuten seit woche zwei. bauch rein. becken vor. brustbein hoch. schulter runter. und dabei immer schön die gesichtszüge locker lassen. nicht verkrampfen. gesichtsgulasch nennt das anna. erschreckend sich manchmal im spiegel zu sehen.

 
 
 

aktive erholung

eine weitere veränderung zur ersten reha. ich kann mich aufrecht erholen. im vector im stehen. das wäre anfang des jahres nicht möglich gewesen. da musste ich immer im rollstuhl platz nehmen. das vegetative nervensystem spielte nicht mit. in der ersten woche gelang mir das jetzt sogar beim gehen im rollator. für mich bis dahin nicht vorstellbar. erholen im stehen. es klappt nicht immer. vor allem wenn übungen härter werden. aber auch daran ist eine entwicklung zu erkennen.

 
 
 

der rewe indikator

schon bei meiner ersten reha habe ich ihn häufig aufgesucht. den rewe. in der nachbarschaft. von der straßenkreuzung zum appartment sind es ca 380m. hin lasse ich es laufen. es geht runter. zurück gehts hoch. als radfahrer hätte ich früher gelacht. als läufer auch. als rollstuhlfahrer aber nicht. ich brauchte anfang des jahres mehrere kleine pausen. um hoch zu kommen. wurde häufig von passanten angesprochen. ob ich hilfe benötige. diese woche schaffte ich die strecke erstmals. ohne halt. langsam zwar. kriechend. mit brennenden schultern. aber ohne stehen zu bleiben.

 

motomed kurbeltraining

in meiner therapie freien zeit arbeite ich. am nachmittag. für ein paar stunden. wenn dann noch zeit bleibt. und energie. setze ich mich vor den motomed. um mein kurbeltraining nicht ganz zu vernachlässigen. wenigstens für 30 minuten. je nach gefühl. am wochenende dann zweimal. die letzten 75 minuten der berlin marathon siegerlauf liveübertragung. habe ich kurbelnd verfolgt. das erste mal 75 minuten am stück kurbeln. man war ich platt danach. auch wenn der puls im schnitt noch nicht über 90 schläge kommt. ich muss die intensität sachte dosieren. denn alles geht auf die arme und schultern.

 
 
 

fazit

mache ich fortschritte? die frage ist nicht einfach für mich zu beantworten. gerne würde ich stolz berichten. wie atemberaubend ich voran komme. welche großen entwicklungen ich bereits genommen habe. an meinen schilderungen merkt ihr aber. es sind fortschritte. aber im mikrobereich. die ungeduld nagt an mir. mir geht alles viel zu langsam. so unvorstellbar langsam. dann aber erinnere ich mich. an mein erstes burning principle.

nimm deine situation an.

es ist nun mal dein ausgangspunkt. egal wo du herkommst. egal wie du da hingekommen bist. egal wo du auch hinwillst. es hilft kein beschönigen. kein ignorieren. es ist dein startpunkt. auf deinem persönlichen weg.

und darum freue ich mich. auf die weiteren wochen. hier in pforzheim. auf die arbeit. und die weiteren fortschritte. im mikrobereich. die kommen werden.

#neverstopburning
euer karsten

burn. with me. on social media.

2 Comments

  1. Torsten sagt:

    Lieber Karsten, die Zeit mit Dir ist so wertvoll für mich und ich kann nur bedingt einschätzen welch harten Kampf Du führst, aber ich drücke Dir die Daumen, dass Dein #Burning zum Flächenbrand der Fortentwicklung wird. Sei fest umarmt!

  2. Katrin sagt:

    Karsten, meine Bewunderung ist dir sicher! Seit letztem Jahr verfolge ich deine Arbeit, dein Leben, deine Berichte. Und man merkt mit jedem Bericht, wie du kämpfst, an Grenzen gehst, über sie hinweg willst und letztlich auch Fortschritte machst, kleine, aber immerhin Fortschritte. Auch ich drücke dir weiter alle Daumen, die ich habe, dass es weiter bergauf für dich geht, dein Körper irgendwann mal wieder ganz der ist, den du dir vorstellen kannst, im Rahmen aller Möglichkeiten.

    LG Katrin

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